KOPFSTÖßE VERBOTEN!!!

Am vergangenen Freitag trafen sich insgesamt 19 Kampfrichter aus Deutschland im Boxzentrum in Münster. Vier davon kamen aus Mecklenburg-Vorpommern und mit Sandra Kroll jemand aus der Sparte Boxen unseres FSV Bentwisch. Ziel war das Bestehen der Prüfung als internationale Kampfrichterin.

Kamprichter/in ist im Boxsport der Oberbegriff für die Punkt- und Ringrichter/innen. Um als Kampfrichter/in eingesetzt zu werden, muss man mindestens 18 Jahre alt sein und eine Ausbildung erfolgreich absolviert haben.

Er steht zusammen mit den beiden Boxern im Ring und achtet darauf, dass die Regeln eingehalten werden. Falls unerlaubte Schlagtechniken verwendet werden, kann der Ringrichter die Boxer ermahnen. Bei wiederholter Ermahnung ist auch eine Disqualifikation möglich. Die Entscheidung wer den Kampf gewonnen hat, trifft nicht der Ringrichter, sondern die Punktrichter, welche außerhalb des Rings ihre Plätze haben. Bei einem Niederschlag, wenn ein Boxer zu Boden geht, ist der Ringrichter damit befasst, den Boxer anzuzählen. Wenn dieser nach zehn Sekunden nicht wieder kampfbereit ist, ist der Kampf vorzeitig entschieden.

Diese Ausbildung zum Ringrichter umfasst Theorie und Praxis, ist für Punkt- und Ringrichter/innen identisch und endet mit einer Prüfung. Zentral ist natürlich eine genaue Kenntnis des Regelwerks und ihre praktische und sichere Anwendung in der Tätigkeit als Punkt- und Ringrichter/in.
Die Ausbildung der Kampfrichter/innen im Deutschen Boxsport-Verband erfolgt in drei aufeinander folgenden Stufen:

  1. Kampfrichterlizenz lokal
  2. Kampfrichterlizenz national
  3. Kampfrichterlizenz international

 
Der diesjährige Lehrgang in Münster wurde vom DBV (Deutscher Boxsport-Verband) Präsident Erich Dreke geleitet. Nach einer Menge Theorie und Praxis, Workshops und Vorträgen, stand am Ende die Prüfung an. Insgesamt mussten 100 Fragen beantwortet werden, wofür die Prüflinge drei Stunden Zeit hatten.
Am Ende konnte Sandra am Samstag mit einem positiven Ergebnis nach Hause fahren. Darauf sind wir sehr stolz.
 
Hallo Sandra. Nochmal herzlichen Glückwunsch zur bestandenen Prüfung. Wie geht es dir jetzt nach der Prüfung?
AW: Ich bin immer noch total überwältigt. Als Erich Dreke, der Präsident des Deutschen Boxverbandes, mir mein Kampfrichterbuch mit den Worten „Herzlichen Glückwunsch, du hast bestanden!“ übergab, konnte ich es erst nicht glauben. Ich bin überglücklich und freu mich auf das, was noch so kommt.
 
Wie konntest du dich auf die Prüfung vorbereiten?
AW: Die Wettkampfbestimmungen deutsch und international müssen natürlich sitzen und verinnerlicht werden. Ich hatte das Glück, in einem tollen Team zu sein. Mein Heimatverein, der FSV Bentwisch, mein Trainer Rüdiger Hohenberg und meine Kampfrichterkollegen aus MV hatten bei allen Fragen immer ein offenes Ohr. Auch hatte ich das große Glück, Susann Köpke, die mit drei Sternen des Weltverbandes AIBA höchstdotierte deutsche Kampfrichterin im Amateurboxen, an meiner Seite zu wissen. Unser Kampfrichter Obmann BV MV Lothar Stielicke hatte auf jede Frage die erklärende Antwort für mich. Besser konnte ich nicht vorbereitet sein. Das hat mir sehr geholfen.
 
Wie bist Ringrichter geworden?
AW: Ich bin 2018 als Begleitperson mit zur Schulmeisterschaft in die OSPA-Arena nach Rostock gefahren. Nur zufälligen bin ich mit der Kampfrichterin Susann Köpke ins Gespräch gekommen. Ich habe viel gefragt, sie hat erzählt und schon war ich Feuer und Flamme. Ich habe dann mit meinen Trainern und dem FSV Bentwisch den Kontakt zum Boxverband MV aufgenommen, hab mir das Regelwerk besorgt und angefangen zu lernen. Zu Hause die Theorie und im wöchentlichen Training die Praxis. Im Juni 2019 habe ich dann meine theoretische Prüfung an der Sportschule Güstrow erfolgreich absolviert und später dann die praktische Prüfung bei einem großen Wettkampf in Rostock.
 
Was muss ein Ringrichter können oder mitbringen?
AW: Als Kampfrichter muss man natürlich die Regeln des Boxsports beherrschen. Der Schutz der Boxer steht immer im Vordergrund. Im und am Ring immer konzentriert. Freude an dem Sport und dem Umgang mit den Sportlern darf natürlich auch nicht fehlen.
 
Hast du früher auch geboxt?
AW: Ich habe selber nie im Ring um eine Medaille geboxt. Dafür fehlte mir immer der Mut. Ich habe einige Jahre lang 2x die Woche bei meinem Verein FSV Bentwisch trainiert. Technik, Taktik habe ich da gelernt. Auch ein paar Sparringsrunden habe ich geboxt.
 
Welche Ziele hast du noch als Ringrichterin?
AW: Mein großes Ziel habe ich am vergangenen Wochenende erreicht. International zu Richten und Punkten war mein großer Wunsch. Ich freue mich auf alle Wettkämpfe, die jetzt kommen und die neuen Erfahrungen, die ich noch machen kann.

Zum Schluss möchte ich gerne dem FSV Bentwisch danken. Ohne die finanzielle Unterstützung hätte ich diese Weiterbildung nicht machen können! Dafür bin ich sehr dankbar!

Vielen Dank für das kurze Interview. Wir wünschen dir immer spannende und vor allem faire Kämpfe.